Viscount - Restauration

Dieses Rennrad hat eine lange Geschichte. Es handelt sich hierbei um ein "Viscount" aus den 70er Jahren. Hergestellt wurde es vom damaligen englischen Luft- u. Raumfahrtunternehmen Aerospace. Es gehört einer jung gebliebenen Dame mit amerikanischen Wurzeln, deren Bruder es zu dieser Zeit bei einem Wettbewerb in den Vereinigten Staaten neu erstanden hatte. Erstmals von der Existenz dieses Fahrrads erfuhr ich bei einem Lagerfeuerabend im Herbstanfang 2023. Nach Absprache bekam ich den Auftrag, das Rad über den Winter 23/24 auf Vordermann zu bringen unter einer Bedingung: so wenig wie nur möglich der verbauten Originalteile zu tauschen und es bis Frühjahr 2024 fertigzustellen. 

Der Ausgangszustand: 

Verbogene Bremshebel, Gabel locker, festsitzende Schaltung, Seiten- und Höhenschlag an beiden Laufrädern, schwergängige Kette, Bremsen schwergängig, Schaltung unsauber, kaputter Sattel, Reifen spröde, Felgenband gerissen, Gegenzughalter angerostet, Sattelklemme mäßig eingestellt, Lenkerband kaputt und speckig, und an allen Teilen starke Kratzer, Rost und  unsäglicher Dreck, davon am stärksten betroffen der Rahmen. Ein Fahrrad, was nicht nur katastrophal aussah, sondern auch krasse Mängel hatte und von den meisten Leuten sicherlich entsorgt worden wäre.

Scherzhaft ausgedrückt ein Fahrrad, was in einem verwahrlosten, kranken und kaputten Zustand nicht nur einen neuen Haarschnitt, sondern eine Knie-OP, Herztransplantation, Face-Lifting, eine wahrhaftige Zahnreinigung, und Vitaminkur benötigt, um dann den Koma-Zustand eventuell wieder verlassen zu können. Vom Fahren waren wir zu diesem Zeitpunkt Lichtjahre entfernt, hier stand richtig Handarbeit bevor.

Demonatge

Alle Komponenten wurden vom Fahrrad erstmal demontiert. Die alten Bowdenzüge und verschlissenen Hüllen wurden gleich entsorgt. 

Vorher/Nachher

Die Teile waren ab diesem Zeitpunkt bereit, gesäubert, repariert und neu gefettet zu werden. Anschließend wurden die Komponenten von Hand geschliffen und poliert, was in Summe viele Stunden in Anspruch nahm.

Endergenis

Nach dem ich alle Einzelkomponenten gereinigt, geschliffen und poliert hatte, wurden die Teile wieder ans Rad montiert. Schadhafte Lackstellen besserte ich aus. Zum Rahmen bestellte ich extra aus Großbritannien neue Aufkleber, die dem Original-Rad entsprachen. Bowdenzughüllen habe ich neu ersetzt, einen klassischen Ledersattel beschafft und für mehr Komfort, Gel-Pads unter das Lenkerband verlegt.